Darum jetzt:

Bauern- und Verbraucherproteste

Seit Herbst 2019 demonstrieren Bauern/Bäuerinnen in ganz Deutschland gegen die Politk. Aus unsere Sicht völlig zu recht! Die Politik lässt die LandwirtInnen mit Hinblick auf die dringend nötigen Reformen (Düngeverordnung, Agrarpaket…..) im Stich. Der Strukturwandel zwingt immer mehr Betriebe zur Aufgabe.

Aus unsere Sicht besteht jedoch die Gefahr das sich die Bauern/Bäuerinnen vor “den Karren” der global agierenden Agrarindustrie (Pflanzenschutz, Düngemittel, Fleisch, Saatgut….) spannen lässt. Die ARD-Dokumentation “Gekaufte Agrarpolitik” zeigt nachvollziehbar und eindeutig nach welchen Interessen in der EU- Agrarpolitik gehandelt wird und welche Rolle der Bauernverband dabei spielt.

Unter dem Motto “Wir haben es satt” protestieren VerbraucherInnen jedes Jahr in Berlin vor dem Start der Grünen Woche. Sie setzen sich für eine umwelfreundlichere Landwirtschaftspolitik, mehr Tierwohl und eine gerechtere Verteilung der EU- Agrarsubventionen ein.

Die zunehmende Entfernung der Stadt- zur Landbevölkerung führt zu einer zunehmenden Entfremdung der BürgerInnen von der Produktion der eigenen Lebensmittel und damit auch von der Landwirtschaft. Embauerment sieht sich als Bindeglied. Wir wollen, dass nicht über Bauern/Bäuerinnen sondern mit ihnen gesprochen wird. Außerdem setzen wir uns für ein selbstbestimmtes Leben von Bauern und Bäuerinnen ein. Unabhängig von den Interessen der Agrarindustrie sollen Bauern/Bäuerinnen sozial gerecht wirtschaften können. Wir wollen Bauern empowern!

Weltklimarat IPCC

Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ist eine Institution der Vereinten Nationen. In seinem Auftrag tragen WissenschaftlerInnen weltweit den aktuellen Stand der Klimaforschung zusammen. In seinem 2019 veröffentlichten Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme (SRCCL) beschreibt der IPCC ein hohes Risiko für Ernährungssicherheit, Wasserversorgung und Biodiversität, also die Existenzgrundlagen und das Wohlergehen von Menschen durch die aktuelle Land- und Forstwirtschaft.

Eine nachhaltige Landbewirtschaftung, z.B. durch bodenschonende und humusmehrende Bodenbewirtschaftung, Ökolandbau und Agroforstwirtschaft, haben großes Potenzial dieses Risiko zu mindern. Die Einführung von nachhaltigem Landmanagement und Armutsbeseitigung können durch Verbesserung des Marktzugangs, Sicherung von Landbesitz, Einbeziehung von Umweltkosten bei Nahrungsmitteln sowie Zahlungen für Ökosystemleistungen und Stärkung lokaler und gemeindebasierter kollektiver Maßnahmen ermöglicht werden. Genau da wollen wir mit embauerment ansetzen.

3600 WissenschaftlerInnen appelieren an EU-Agrarpolitik

Die ForscherInnen fordern Ende 2019 in einer Petition Reformen in der EU-Agrarpolitik und dass die wissenschaftlichen Fakten berücksichtigt werden. Über 3.600 WissenschaftlerInnen aus allen 27 EU- und 36 weiteren Staaten haben seitdem die Petition unterschrieben. Die aktuellen Reformvorschläge für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) in der nächsten Förderperiode 2021-2027 sind unzureichend. Der mit etwa 60 Mrd. € pro Jahr größte Einzelhaushalt der EU wird sozial ungerecht und unökologisch eingesetzt.

Wir fordern: Genau wie in der Corona-Kriese muss die Politik endlich auf die WissenschaftlerInnen hören und sofort handeln!

Planetarische Grenzen

Die planetarischen Grenzen oder Belastungsgrenzen der Erde sind ökologische Grenzen, deren Überschreitung die Stabilität des Ökosystems und die Lebensgrundlagen der Menschheit gefährdet. Die planetarischen Grenzen wurden erstmals 2009 von WissenschaftlerInnen unter der Leitung von Johan Rockström veröffentlicht. Einig sind sich die WissenschaftlerInnen besonders in einem Punkt: Die Erfolgsgeschichte der deutschen Fleischindustrie hat einen zu hohen Preis – für die LandwirtInnen, für Umwelt und Klima und nicht zuletzt für die Gesundheit der KonsumentInnen.

Mit Blick auf das Schaubild wird deutlich, dass die biochemischen Kreisläufe und das Artensterben eine größere Gefahr für die Menschheit darstellen als der Klimawandel. Auf beide Bereiche hat die Landwirtschaft einen großen Einfluss.

Dr. Ulrich Klischat, Florian Rohlfing, Markus Mücke, Reenie Vietheer und Sinjo Neitsch, (v.r.n.l.)

Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Am 07.02.2020 haben wir uns mit dem Leiter des Fachbereichs Ökologischer Landbau Herr Dr. Ulrich Klischat von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen getroffen. In dem Gespräch haben wir das Konzept von embauerment vorgestellt und im Anschluss diskutiert, welche Maßnahmen für einen beschleunigten Ausbau des ökologischen Landbaus erforderlich sind.

Klischat: “Neben dem wachsenden Angebot an Bioprodukten muss die Nachfrage durch den Endverbraucher stets gesteigert werden. Das Konzept von embauerment kann dazu einen wichtigen Teil beitragen. Durch die transparente Darstellung der Lebensmittelerzeugung und emotionales Storytelling steigt das Bewusstsein der Verbraucher für nachhaltige Lebensmittel. Dies führt wiederum zu steigender Nachfrage”.

 

Zukunftsstrategie ökologischer Landbau

Die Bundesregierung hat das Ziel: 20% Ökolandbau bis 2030. Mit welchen Maßnahmen dieses Ziel erreicht werden soll, steht in der “Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau” (ZöL). Mit ihr sollen der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft neue Wachstumsimpulse gegeben werden.

Embauerment greift mit seinem Konzept entscheidende Handlungsfelder und Maßnahmen aus der ZöL auf. Somit arbeitet embauerment an den Zielen der Bundesregierung. Es gibt einen entscheidenden Unterschied: Aus unserer Sicht müssen wir die 20% Ökolandbau deutlich vor 2020 erreichen. Unser Ziel ist es, die gesamte Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten. Und Deutschland muss hier eine Vorreiterrolle übernehmen!

Und das ist leider noch nicht alles! Wir könnten viele weitere Gründe aufzählen, warum wir uns jetzt gemeinsam für eine nachhaltige Landwirtschaft einsetzen müssen. Dazu gehören z.B. das geplante EU-Handelsabkommen Mercosur, die Potenziale und Dringlichkeit des Klimafarmings, die Lebensmittelverschwendung, der Grundwasserschutz usw.

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